Ein musikalischer Spaziergang durch die Heimatsprache Altbaierns mit Gerald Huber

Datum des Berichts: 28.10.2018

 Altenbeuern (hö) – Der voll besetzte Saal beim Dorfwirt Vornberger in Altenbeuern, Gemeinde Neubeuern war für einige Sonntags-Stunden willkommener Treffpunkt von Pflegern und Freunden der Bairischen Sprache. Eingeladen hierzu hatte der Kreisverband des Bayernbundes Rosenheim und als besonders profunden Kenner hatte dieser Gerald Huber zu Gast. Dieser sorgte informativ und humorvoll zusammen mit dem Kinderchor Neubeuern und mit der 6-Zylinder-Musi aus Rohrdorf für einen kurzweiligen Spaziergang durch die Heimatsprache Altbaierns.

 

In seiner Begrüßung freute sich Kreisvorsitzender Christian Glas über das überaus große Interesse, so konnte er unter den Ehrengästen auch Landes-Ehrenvorsitzenden Adolf Dinglreiter sowie die Musiklehrerin Traudi Vordermayer begrüßen. Eingangs erinnerte Glas zum Thema des Tages, dass erst vor kurzem der Bayerische Staatsminister Bernd Siebler Wissenschaftler, Gelehrte, Lehrkräfte und außerschulische Partner zu einer großen Fachtagung Dialekt nach Landshut mit nachfolgenden Worten eingeladen hatte: „Die in Bayern gesprochenen Mundarten sind ein unverzichtbarer Teil der Sprachkultur für die Schulen und sie tragen ganz wesentlich zur bayerischen Identität bei“. Dies ergänzte Christian Glas, der auch stellvertretender Landesvorsitzender vom Bayernbund ist, mit selbst gemachten Erfahrungen und mit der Aussage: „Sprache transportiert Gefühle, Wärme und Emotionen. Dies gilt ganz besonders für Dialekte, die ein gutes Heimatgefühl vermitteln. Bereits 2010 hat der Bayernbund Kreisverband Rosenheim mit dem Kreisverband Traunstein ein Schulprojekt initiiert, das vier Jahre begleitet und in 20 Schulen und Kindergärten durchgeführt wurde“. Darüber hinaus wurde in den letzten Jahren für Kindergärten und Schulen ein eigenes Buch von Bayernbund-Mitglied Helmut Wittmann mit dem Titel „Freude an der Mundart“ herausgegeben.

 

Christian Glas freute sich, dass er mit Gerald Huber einen Münchner Turmschreiber gewinnen konnte, der sich der Vermittlung der Bairischen Sprache verschrieben hat. Mit seiner „Bairischen Wortkunde“ sowie mit vielen Beiträgen auf Bayern 2 und auf BR-Heimat hat Gerald Huber schon viele Leute ermuntert, selbstbewusst Dialekt zu sprechen. Gerald Huber selbst blieb dann bei seinen zweistündigen und kurzweiligen Ausführungen und Zugaben nichts schuldig. Mit spürbarer Freude vermittelte er Wort-Abstammungen, Zusammenhänge und Verwechslungen von Wörtern, deren Bedeutung oftmals falsch wahrgenommen wird. Seine Themen wechselten quer durch das bayerische Leben, unter anderem das Kapitel „Dem Metzger wird es zweierlei, sein Geschäft ist jetzt a Fleischerei“  oder „Mit Küchenlatein gegen den Einheitsbrei“. Weitere Themen waren „Schüssel und Schale“, „Tisch und Tafel“, „der  Knödel“, „der Butter“ sowie die Zugabe „Wer fegt, kehrt verkehrt“. Mit viel wissenschaftlichem Fachwissen, aber auch mit einer gehörigen Portion Augenzwinkern zeigte Gerald Huber, warum es sich lohnt, die Bairische Sprache mit dem Hochdeutsch sowie mit ihrer eigentlichen Herkunft zu vergleichen. Ein besonders gut geeignetes Mittel, sich selbst und in aller Ruhe der Bairischen Sprache zu widmen ist das Buch „Hubers Bairische Wortkunde“ (Volk-Verlag). Die von Huber mitgebrachten Bücher waren schnell vergriffen und wurden von ihm gerne mit persönlichen Widmungen versehen.

 

Abschließend galt noch ein besonderer Dank dem Kinderchor Neubeuern unter der Leitung von Pia Hausner und in Begleitung von Gundula Langer-Kochinki sowie den vorjährigen Vize-Siegern beim Neubeurer Musik-Wettstreit, der 6-Zylinder-Musi aus Rohrdorf. Deren Beiträge sowie das gastronomische Angebot vom Vornberger-Wirt sorgten für eine überaus gelungene Bayernbund-Veranstaltung. Die nächsten Veranstaltungen des Bayernbundes sind am Sonntag, 11. November das Tassilo-Fest auf der Fraueninsel sowie am Freitag, 23. Novemberein Besuch mit Vortrag bei der Firma Aicher Holzbau in Halfing (Anmeldungen bis 10. November bei Kurt Franz, Tel. 08031-64114 oder k.franz@t-online.de). 

 

Bericht und Fotos: Toni Hötzelsperger

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